Häufig gestellte Fragen zur Kunsthüfte

Häufig gestellte Fragen zur Kunsthüfte:

Seit wann werden in der Tierklinik Schwanenstadt Hüften implantiert?
Dr. Dietmar Schnötzinger und sein Team implantieren seit 2001 erfolgreich und nachhaltig Kunsthüften.

Mindestalter und Altersobergrenze
Mindestalter:  eine zementfrei fixierte Endoprothese („Bone Fixed“) kann man ab dem 6. bis 10. Lebensmonat implantieren. Es ist günstig, wenn sich die Wachstumsfuge der Trochanterkappe schon geschlossen hat. In besonderen Fällen (irreparable Fraktur des Schenkelhalses, Hüftgelenksluxation, hochgradig schmerzhafte Hüfte) kann man auch schon mit 6 Monaten implantieren.

Die Altersobergrenze ist vom allgemeinen Gesundheitszustand des Hundes abhängig. So implantierten wir einem rüstigen 15-jährigen Labradors eine Kunsthüfte.

Günstiges Alter: es ist günstig schon vor dem Auftreten hochgradiger Abnutzungen zu implantieren. Ausreiben und Dorsal-Wanderung der Gelenkspfanne, Verhärtung des Oberschenkelknochens, Muskelverschwartungen und Muskelverkürzungen nach chronischer Subluxation können die Operation erschweren und verlängern die Rekonvaleszenzphase. Idealalter bei schwerer HD: 10-14 Monate.

Welche Voruntersuchungen sind nötig?
Mit einer genauen orthopädischen und neurologischen Untersuchung kann die Indikation zur Operation gestellt werden. Beim Beratungsgespräch werden auch alternative Methoden erläutert.   Wir empfehlen für die Feststellung der Operationsfähigkeit eine Allgemeine Untersuchung, eine Blutuntersuchung, Bauch- und Herzultraschalluntersuchung sowie ein Lungenröntgen.  Einige Wochen vor der Operation müssen genaue Messröntgen in Narkose angefertigt werden. Da dieser Vorgang ganz entscheidend für die Auswahl der Implantate ist, muss der Chirurg die Röntgenaufnahmen selbst anfertigen. 

Wie schnell bekommt man einen OP-Termin?
In der Regel können wir einen Termin innerhalb von 3 Wochen vergeben, bei Notfällen (Hüftgelenksausrenkung) auch früher. 

Worauf sollte man vor der Operation achten?
Der Hund darf vor der Operation keine Wunden oder Hauterkrankungen aufweisen. Es ist ratsam, den Hund einige Tage vor der Operation zu schonen, um Verletzungen zu vermeiden (Krallen, Ballen etc.). Es sollten keine Knochen verfüttert werden. Das Fell sollte vor der Schur nicht nass und verschmutzt sein. Ich bitte uns jegliche Verletzungen und Hauterkrankungen sofort mitzuteilen.

Wie lange ist der notwendige stationäre Aufenthalt?
Die meisten Hunde werden einen Tag nach der Implantation entlassen. Sollte ein Patient nach der Operation sehr unruhig sein, kann es günstig sein, ihn am gleichen Tag vom Besitzer abholen zu lassen.

Braucht der Hund einen Verband oder eine Halskrause?
Unmittelbar nach der Operation wird die Wunde mit einem Pflaster geschützt. Dies belässt man, bis es sich von allein löst oder vom Hund abgezogen wird. Dann bleibt die Naht offen. Halskrausen sind nur im Falle eines übermäßigen Schleckens notwendig.

Kann der Hund das Bein sofort belasten?
Die meisten Hunde belasten ihr Bein sofort (siehe Videos nach der OP). In Fällen hochgradige sekundärer Muskelverkürzungen kann es sein, dass durch die Spannung der Weichteile das Bein einige Tage nicht belastet wird.

Wie groß sind die Schmerzen nach der Operation?
Alle Implantate werden in den Knochen gesetzt – im Knochen befinden sich keine Nerven – dies kann der Hund post operativ nicht spüren. Für die OP ist ein Weghalten der Weichteile notwendig – dies wird Schmerzen bereiten, welche durch die Gabe von Schmerzmitteln effektiv gelindert werden.

Mit welcher Nachbehandlung ist zu rechnen?
Der Hundebesitzer sollte 8 Tage lang zweimal täglich Antibiotika Tabletten verabreichen. Des Weiteren verschreiben wir für zwei bis drei Wochen ein schmerzstillendes, abschwellendes Medikament. Der Haustierarzt entfernt nach 12 Tage die Hautnähte.

Welche Vorsichtmaßnahmen sind post op. zu treffen?
12 Wochen Leinenzwang: alle frisch operierten Hunde müssen außerhalb des Hauses an der Leine geführt werden. Dies gilt auch für den eigenen Garten.  Kein Spiel mit anderen Hunden. Günstig ist die Bewegung im Schritt und langsamen Trab. Galoppieren und Springen vermeiden. 

Treppen steigen: erst dann, wenn der Hund wieder einen sicheren Gang aufweist. Die ersten drei Tage sollten die Patienten getragen werden. Später erweist sich ein Brustgeschirr mit einem Griff für eine Teilentlastung beim Treppensteigen als günstig

Bewegungsausmaß: ersten 14 Tage: 3x 3 Minuten, dann Steigerung um 3 Minuten pro Woche. Somit sollte mit 6 Wochen 2-3x täglich 15 Minuten und mit 12 Wochen 3x 25 Minuten ausgeführt werden.

Kontrollröntgen: sollte nach 6 bis 8 Wochen abgefertigt werden.

Nach 6 Monaten kann man seinen Hund auch wieder spielen lassen.

Welche möglichen Komplikationen können auftreten?
Folgende Komplikationen können auftreten: Luxation des Gelenkes, Lockerung der Implantate, Sprung oder Bruch des Oberschenkels, Infektion. Im Rahmen eines detaillierten Aufklärungsgespräches werden die Komplikationen und deren Lösungsmaßnahmen genau besprochen.

Wie lange sollte man warten, bis im Falle einer beidseitigen HD die andere Hüfte operiert werden kann?
Es ist günstig, 3-6 Monate zu warten. In Ausnahmefällen (beidseits luxierter Hüften, hochgradige Gelenksschmerzen) kann man auch beide Hüftgelenke kurz hintereinander implantieren.

Wie sehr kann ich einen Hund mit Kunsthüfte belasten?
Nachdem die ersten sechs Monaten nach der Operation verstrichen sind, kann der Hund wieder alles machen, was zu einem glücklichen Hundeleben gehört: Galoppieren, Springen, Apportieren, mit anderen Hunden spielen usw.